katalonien – freiheitskampf oder nationalismus?

schikane: mit allen mitteln will madrid das unabhängigkeitsreferendum in katalonien verhindern, doch genau das gibt den separatisten auftrieb.
nicht nur katalonien strebt nach unabhängigkeit, in ganz europa befinden sich die nationalisten im vormarsch und kämpen um eigene staaten: baskenland, schottland, nordirland, grönland, korsika, flandern/belgien, norditalien, südtirol und dazu noch die bekannten bestrebungen in ungarn und marine le pens front national.

diese bewegungen sind teil der „auferstehung der nationen“ und erschüttern die grundpfeiler des vereinten europas. der sieg des nationalen würde das ende eines vereinten europas bedeuten.

4 Gedanken zu „katalonien – freiheitskampf oder nationalismus?

  1. Ob die Katalonen Nationalisten sind, vermag ich nicht zu sagen, dazu kenne ich mich zu wenig aus. Du lebst in Spanien und kannst das besser beurteilen. Bei Korsen und Südtirolern kann ich aus eigenem Erleben mehr sagen. Ein geeintes Europa halte ich für sehr wichtig. Aber Einheit und Bekenntnis zu einem gemeinsamen Ziel erreicht man nur, wenn alle Beteiligten eine feste Identität, feste Wurzeln haben. Entwurzelte Bäume bilden keinen Wald.
    Viele Abspaltungsbestrebungen haben meines Erachtens die gleichen Ursachen. Ungarn und Polen nehme ich hier aus. Hier sehe ich eine Mehrheit an Nationalisten, die wirklich nur abkassieren wollen, ohne die unterschriebenen Verträge einzuhalten. Die Zersplitterung Alt-Jugoslawiens ist auch wieder ein anderes Thema, weil hier künstlich von außen die Religionen aufeinandergehetzt wurden – leider erfolgreich.
    Ich vermute, unterschwellig sind in den anderen Regionen überall noch alte/uralte Rechnungen offen, ist Unrecht nicht gesühnt. Man hat den Regionen über Jahrzehnte ihren Stolz geraubt, ihre Identität durch das Verbot der Sprache unterdrückt, was ein Gefühl von Minderwertigkeit erzeugt, und zerbröseln lassen und Wurzeln nachhaltig beschädigt, indem man die Jungen gezwungen hat, ihren Militärdienst im sogenannten Mutterland zu verrichten. Widerständler wurden – so weiß ich es von Südtirol und Korsika – grausam gefoltert, die Familien gleich mit bestraft. Da war einfach so viel Leid, das das Gleichgewicht gestört hat. So etwas führt natürlich u. U.auch zu falschen Handlungen. Oft genug rächen sich solche Taten erst nach mehreren Generationen. Die Italiener haben es recht schnell begriffen, es gibt längst keine Mehrheit für eine Unabhängigkeit Südtirols und die Südtiroler haben auch als Italiener ihre Identität bewahrt oder zurück gewonnen. Es hat in Katalonien augenscheinlich nicht genügt, die Sprache wieder zuzulassen.
    Unter all diesen Gesichtspunkten habe ich durchaus Verständnis für den Wunsch nach Unabhängigkeit.

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