markt und moral – der zustand unserer wirtschaft

Deutsche Autobauer von Weltruf manipulieren Abgaswerte und scheinen sich abgesprochen zu haben, Banken verkaufen faule Papiere – was ist los mit der deutschen Wirtschaft? Darüber spricht Richard David Precht mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Daimler-Benz AG und heutigem Systemkritiker, Edzard Reuter. Was ist übrig geblieben von der sozialen Marktwirtschaft?
Freies Spiel der Kräfte?
Die fünf großen deutschen Autobauer mit dem besten Renommée auf dem Weltmarkt haben sich offensichtlich jahrelang abgesprochen, um den Wettbewerb untereinander zu unterlaufen. Von einem offenen Markt könne hier kaum mehr die Rede sein, meint Richard David Precht. Das viel gepriesene freie Spiel der Kräfte finde wie etwa auch im Bankwesen, bei Internet-Konzernen, der Pharmaindustrie oder der Energiewirtschaft tatsächlich kaum mehr statt, meint Precht.

Selbstregulierende Kraft des Marktes?
Richard David Precht und sein Gast, der ehemalige Chef der Daimler-Benz AG, Edzard Reuter fragen sich: Ist die vielgelobte selbstregulierende Kraft des Marktes nur eine Illusion, an die Ökonomen so beharrlich glauben wie an eine Religion? Und ist das Nichtfunktionieren des Marktes heute in der Zeit zunehmender Monopolisierung und Globalisierung deutlich eklatanter geworden? Muss es ein Umdenken geben, weil die Marktautomatismen aus dem Ruder laufen? Ob in der Finanzkrise oder in der aktuellen Diesel-Krise – die Politik ließe sich von der Wirtschaft in die Pflicht nehmen und nicht umgekehrt, sagt Precht.

Kein Platz mehr für den „ehrbaren Kaufmann“?
Edzard Reuter beklagt seit Jahren eine zunehmende Heuchelei und Gier in den Chef-Etagen großer Unternehmen. Er prangert das selbstsüchtige Gebaren nicht nur der wirtschaftlichen Führungskräfte an, sondern auch jenes der politisch Verantwortlichen. Reuter fordert eine Rückbesinnung auf alte Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Anstand und Augenmaß. Inwieweit steht eigentlich noch der Mensch im Vordergrund, fragt sich Reuter? Ist für den „ehrbaren Kaufmann“ überhaupt noch Platz im Turbokapitalismus des 21. Jahrhunderts? quelle: zdf

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3 Gedanken zu „markt und moral – der zustand unserer wirtschaft

  1. Das ist ein weites Feld und man kann die Dinge hier nur anreißen. Es prallen bei diesem Thema Meinungen und Ängste aufeinander, für die man sich im Einzelnen Zeit nehmen müsste. Nur so viel. Geld hat keine Moral, also auch nicht der Markt. Die muss der Mensch haben. Im Kapitalismus ist aber Geld der höchste Wert. Aber auch er ist nur ein errichtetes System und weder organisch noch alternativlos, schon gar nicht Gott gegeben. Die Gleichmacherei ist auch keine Lösung, weil sie nicht automatisch gerecht ist. Wir können sowieso nichts machen erkenne ich für mich nicht an.
    Die Politik reguliert in meinen Augen gar nichts, sondern manipuliert zu Gunsten der Konzerne. Gesetze werden mit Schlupflöchern für diese erlassen. Negative Auswirkungen betreffen immer nur die Kleinen, die sich keine ganze Anwaltskanzlei und Lobbyisten leisten können. Z. B. die massive Kritik mit geplanten massiven Einschränkungen für Binnenschiffer, während die Kreuzfahrt- und Containerschifffahrt nicht angetastet wird. Siehe auch Mietpreisbremse. da wird es auch ganz offensichtlich.

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    • Richard David Precht: Bedeutung des Kommunismus: Ist das dann das Paradies, der Kommunismus oder die realistische Utopie? „Als Marx und Engels im Jahr 1847 das erste Mal definiert haben, was eigentlich Kommunismus sei, da dachten sie nicht an Stalin, sondern da sagten sie: Kommunismus ist, wo ich morgens fische, mittags Schafe hüte und abends Bücher kritisiere, ohne doch je Hirte, Fischer oder Kritiker werden zu müssen.“ Das bedeute, Kommunismus sei die Befreiung von der entfremdeten Arbeit. Und wenn man dann sage, eine solche Digitalgesellschaft ist ein Kommunismus 2.0, in diesem idealistischen Sinne, dann wäre das in der Tat eine Utopie.

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