fracking treibt klimawandel voran

Durch Fracking gewonnenes Gas ist mindestens genauso klimaschädlich wie Kohle, analysiert der ehemalige Gas-Ingenieur und Professor Anthony Ingraffea. Die Debatte in den USA um Fracking geht weiter. Präsident Obama hält an der „sauberen Energie“ fest.
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Die umstrittene Fracking-Methode zur Förderung von unkonventionellem Erdgas steht in den USA erneut massiv in der Kritik. Anthony Ingraffea, ehemaliger Öl- und Gasingenieur und Professor der renommierten Cornell University im Bundesstaat New York, warf der Technologie massive Klimaschädlichkeit vor. Der in den Debatten oft zitierte Klimavorteil gegenüber Kohle stimme nicht.

In seiner vielbeachteten Klimarede hatte Präsident Obama Ende Juni eine Reihe von Maßnahmen zum Klimaschutz und der Reduzierung von Treibhausgasen angekündigt. Dabei sei das Fracking ein wichtiger Lieferant für billiges Erdgas, bringe neue Jobs und trage zur Reduktion des CO2-Ausstoßes bei. Genau dies bezweifelt Ingraffea nun in einem Gastbeitrag in der New York Times. „Gas aus Schiefergestein ist keine Brücke in eine Zukunft der erneuerbaren Energien, sondern der Laufsteg in eine weitere Erwärmung“, schreibt er.

Tatsächlich entweicht beim Facking das klimaschädliche Methan, der Hauptbestandteil von Erdgas, ungebremst in die Atmosphäre. Dabei ist das Treibhauspotential von Methan etwa 25 mal größer als das von Kohlendioxid und macht ein Sechstel der menschlichen Treibhausgasemissionen aus. Methan-Lecks an den Facking-Fördertürmen stellen für das weltweite Klima eine ernste Bedrohung dar, so Ingraffea. Die Industrie schätzt, dass schon von Anfang an etwa fünf Prozent der Fördertürme undicht seien. Mit dem Alter der Anlagen nehme die Anzahl der undichten Stellen weiter zu.

„Dieses Gas ist nicht sauber“
Obama hatte jüngst Erdgas zusammen mit Erneuerbaren Energien als „saubere Energie“ bezeichnet und seine Unterstützung für Fracking damit begründet. Die Argumentation vom klimafreundlichen Fracking-Gas sei allerdings falsch, so Ingraffea. „Ich kann Ihnen versichern, dass dieses Gas nicht sauber ist“, so der Professor, der als Gas-Ingenieur Fracking-Methoden für das Energieministerium entwickelte.

Dass aus Lecks an den Fracking-Fördertürmen Methan ungehindert in die Atmosphäre strömt, bestreiten nicht einmal die Förder-Unternehmen. Über den Umfang gibt es jedoch unterschiedliche Sichtweisen. Untersuchungen der Bundesbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) an Öl und Gasfeldern in Kalifornien, Utah und Colorado ergaben Leckraten von 2,3 bis sogar 17 Prozent der jährlichen Produktion. Eine Studie des National Center for Atmospheric Research aus dem Jahr 2011 zeigt, dass bei einer Leckrate von über zwei Prozent das geförderte Gas mindestens genauso klimaschädlich ist wie Kohle, wenn nicht sogar schädlicher.
energiezukunft.eu

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