der ruf der wildnis

ist der im schwarzwald gesuchte yves rausch verrückt? oder ist die „zivilisierte“ konsumgesellschaft doch noch verrückter? yves rausch hinterliess ein „mysteriöses“ schreiben mit dem titel „der ruf der wildnis“, zu finden auch in zwei foren für waldläufer: „Ruf der Wildnis“ und „Wildnis Pur“. was will yves rausch uns sagen?Der „kultivierte“ Mensch, der „zivilisierte“ Mensch unterscheidet sich vom „wilden“ Menschen und von den Tieren vor allem durch die Gabe, völlig ignorant zu sein. Der Wildnis ausgesetzt, würden die „Kultis“ direkt neben einem Teich verdursten, direkt neben einem Dickicht erfrieren, direkt neben tausenden essbarer Sachen verhungern.

Das liegt vor allem daran, daß die Menschen zu technisch denken. Technik löst alle Probleme. Auch viele Waldläufer, Survivor und Outdoor’ler denken in diesem Schema. Eine Mütze hält die Hitze der Sonne ab – aber wo bekomme ich eine Mütze her?! Da liegt der Denkfehler. Warum nicht einfach in den Schatten gehen?

Ich bin überraschenderweise gezwungen, draußen zu übernachten. „Oh, wo bekomme ich Flechtmaterial her, wie baue ich mir eine Hütte, mit welcher Technik fälle ich einen Baum“…anstatt einfach in den nächsten Busch zu kriechen und sich auf die Seite zu hauen. Für eine Nacht ein Blockhaus bauen zu wollen, ist wirklich typisch „Konsumi“.

Wir als zivilisierte Menschen sind einfach an Technik gewöhnt. Unser Alltag ist dermaßen von Technik bestimmt, daß wir völlig den Sinn für das einfache Leben verloren haben. Wenn wir täglich mit Töpfen auf Herdplatten kochen, gelingt es uns einfach nicht, ohne Töpfe auszukommen. Wir versuchen Ersatz zu schaffen für die Dinge, die wir sonst im Alltag benötigen.

Die Probleme, auf die man in den Wäldern trifft, lassen sich aber nicht immer durch bekannte Techniken lösen.

Und dort kommt die Beobachtung ins Spiel. Die Beobachtung ist immens wichtig, um Dinge zu verstehen. Um Probleme zu erkennen und zu definieren. Die „Ich weiß schon, was ich brauche…ich weiß schon wie ich vorgehe“-Haltung wäre im echtem Leben draußen tödlich.

Im Wald, in der Wildnis hat Mensch vor allen Dingen eins: Zeit. Und die sollte man sich nehmen, um zu beobachten. Beobachte deine Umgebung, untersuche die kleinsten Dinge um Dich herum. Die ganzen Tiere und Pflanzen um Dich herum leben auch. Überleben auf unterschiedlichste Weise und von jeder Art zu Überleben können wir was lernen.

Die ruhige Beobachtung läßt uns außerdem klar werden, daß wir nicht mehr Supermarktverhältnisse haben, sondern daß wir draußen sind. Im echten Leben. Und dort sieht alles etwas anders aus, als wir gewohnt sind.

Die Beobachtung ist aber nicht alles. Es gehört auch eine gehörige Portion Geduld dazu, den knurrenden Magen, die Kratzer auf der Haut, die Kälte oder Wärme auszuhalten; die Insekten die einen stechen, das Warten auf eine günstige Gelegenheit bei der Jagd, den Regen – alles das will ausgehalten werden. Erfordert Lebenswillen. Zehrt an einem. Auf der anderen Seite der Sonnenschein, der einem die Barfüße kitzelt, der frische Wind nach einem heißen Sommertag, der Gaumenschmaus nach geglücktem Fang.

Das Leben draußen ist sehr viel intensiver.

Es ist wichtig, daß gerade wir Waldläufer nicht aufhören zu beobachten, die Verbindung zurück nicht abreissen lassen. Vertraut nicht so sehr auf Technik, denkt nicht in Bahnen, sondern beobachtet und lasst die Ideen zu euch kommen.

13 Gedanken zu „der ruf der wildnis

  1. Pingback: der ruf der wildnis — campogeno – romanticker-carolinecaspar-autorenblog.com

    • liebe caroline, du darfst alles teilen.
      „mysteriös“ finde ich übrigens nur das verhalten des flüchtigen gegenüber den polizeibeamten und seine waffenaffinität. dem von den medien als „mysteriöses manifest“ bezeichneten text kann ich aber nur zustimmen. ist man in den medien schon „mysteriös“, wenn man sich über die natur und die umwelt gedanken macht?

      Gefällt 3 Personen

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