aus für plastikflaschen

erster getränkehändler schmeisst plastikflaschen aus seinem programm. sein kampf gegen plastik und sein offener brief zu diesem thema haben den getränkehändler binnen weniger stunden über die stadt hinaus bekannt gemacht:

Offener Brief an alle Kunden und Nichtkunden der Firma Getränke Kastner:

Sehr geehrte Kunden, sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben uns in den letzten 12 Wochen die Mühe gemacht und Fremdleergut der Kategorie „Einweg“ gesammelt und dieses Ergebnis nun ausgewertet und es ist erschreckend.
In Zeiten wo viele von Umweltschutz und Nachhaltigkeit reden, wo eine kleine Schwedin es schafft die ganze Welt zum Zuhören zu bringen, wo Freitag die Schule zweitranging ist und wir täglich Gedanken austauschen wie wir das Klima und die Umwelt retten können, wo es sich um Elektromobilität und Weltvermüllung dreht, schaffen wir es innerhalb von 12 Wochen sage und schreibe : 52 Säcke a 200 Stück, also 10 400 Einweg Flaschen & Einweg Dosen von unseren Kunden zurück zu bekommen und diesen Berg von Müll haben wir in diesem Bild einmal festgehalten.

Wir fragen uns warum?

10-400 bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von € 1,00 entspricht einem Umsatz von € 10.400

Bei einem Erlöse von 25% haben unsere Freunde von Kaufland, Aldi, Lidl& Co € 2.600,00 Gewinn erwirtschaftet und wir haben deren Müll gezählt, gelagert und nun entsorgt.

Die Kosten der Entsorgung sind immens und liegen bei rund € 0,05 pro Flasche/Dose

In Umkehrschluss bedeutet das, dass wir Kosten von über € 500,00 haben um diese Einweg Produkte zu entsorgen.

Wenn die Bürgerinnen und Bürger so handeln würden wie sie sagen, dann hätte man bei uns Mehrweg Flaschen oder „Zweiweg“ Plastik Flaschen gekauft, die von uns an die Hersteller zurückgegeben werden und dort fachgerecht recycelt werden um neue Flaschen herzustellen.

Dann hätten wir als Familienbetrieb keine € 500,00 Kosten auf Handelsmüll sondern einen Erlös von € 2.000,00 ( da wir geringere Spannen haben und wir durch die schlechteren Einkaufsbedingungen sowieso schon benachteiligt sind ) durch den Verkauf von Umweltfreundlicheren Mehrwegflaschen erzielt.
Nein, man drückt uns den Müll auf das Auge weil es einfacher ist uns diesen Müll zu bringen als ihn mühevoll am Automaten im Kaufland oder Lidl zu entsorgen. Da müsste man ja in der Schlange stehen und warten oder noch schlimmer, man würde sich die Finger schmutzig machen – denn meistens bekommen wir die Flaschen in Behältern oder Tüten die mit Resten voll sind und wir dann aus dieser Brühe die Flaschen rauszählen müssen.

Das ist die aber nur die wirtschaftliche Seite.

Die Ökologische Seite sieht so aus, dass wir nun 10-400 Stück Plastikmüll auf dem Hof liegen haben der entsorgt werden muss. Wo endet dieser Müll? Wir wissen es nicht!!!

Zurück gegeben wird er von uns an eine sogenannte Clearing Stelle welche uns den Pfandwert abzüglich Kosten für Abholung, Zählung, Lagerung, Entsorgung und anderen Gebühren auszahlt.

Aber dann?

Ganz ehrlich, ich kann Ihnen nicht sagen ob diese Flaschen fachgerecht recyclet werden oder wie so viel andere Müll einfach in das ferne Ausland verkauft wird und dort in die See geschmissen wird.
Das ist auch nicht meine Aufgabe mir darüber einen Kopf zu machen, denn ich kann es nur an diese Clearingstelle zurückgeben. Das ist so geregelt und ich muss mich daran halten.

Was ich nicht Muss ist die Schnauze zu halten wenn ich so einen Mist sehe.

Umweltschutz? Unterstützung der Nahversorgung? Nachhaltiges Denken?
Nein, es geht um Bequemlichkeit, Geiz ist Geil und nach mir die Sintflut.

Wir bieten Ihnen eine Auswahl an unzähligen Produkten in Mehrwerggebinden, Mehrwegflaschen oder „Zweiweg“ Pet Flaschen an, die von den Herstellern zur Herstellung von neuer Flaschen wieder verwertet werden. Wir verzichten bewusst in unserem Sortiment auf Einweg Sprudel in den 6er Packen obwohl der Marktanteil bei rund 50% liegt = wir verzichten der Umwelt zu liebe auf Mehrgeschäft was einem Betrieb in unserer Größe nicht leicht fällt. Aber wir machen das aus Überzeugung. Weil wir davon überzeugt sind das es eben NICHT GUT für die Umwelt ist.

Wenn ich Betriebswirtschaftlich an den Punkt komme das ich Plastikmüll verkaufen muss um zu überleben, dann schließe ich meinen Betrieb. Denn ich habe kein Problem damit meinen Kindern zu sagen das ich gescheitert bin, ich habe aber ein Problem damit meinen Kindern zu sagen dass ich nichts gegen die Umweltverschmutzung getan habe.

Wir fordern alle Kunden auf diesen Wahnsinn zu beenden!!!

Es liegt in Ihren Händen und Sie haben die Wahl:
Stärken Sie den Fachhandel
Kaufen Sie Mehrweg anstatt Einweg
Helfen Sie mit die Umwelt zu verbessern
Reduzieren Sie unnötigen Plastikmüll
Sichern Sie die Nahversorgung und somit auch die Nachhaltigkeit

Kaufen Sie Umweltbewusst, kaufen Sie lokal und stärken Sie denjenigen den Rücken der Tag für Tag aufsteht um seine Familie zu ernähren.
Oder stärken Sie den Aktionären den Rücken, den Gesellschaftern, den CEO´S, all denen die dann genug Kohle haben um abzuhauen wenn uns das Klima um die Ohren fliegt.
Ihr Hans-Peter Kastner, Geschäftsführer

PS: Ich möchte Sie alle bitten zumindest nachzudenken und mir diese Offenheit nicht übel zu nehmen. Aber es wird Zeit das wir umsetzen was gefordert und von Nöten ist.
Ansonsten können wir auch in die Politik gehen und Jahrelang nur reden!!!!

Gerne darf dieser Brief auch geteilt werden – es geht hier nicht nur um Vaihingen oder Getränke Kastner. Es betrifft tausende von Läden und Millionen von Menschen.

3 Gedanken zu „aus für plastikflaschen

  1. Ich hätte gerne Zweiweg-Glasflaschen. Hier in Dänemark gibt es kaum was in Glas, und wenn, dann sind das keine Pfandflaschen. Wenn man sie aber in den Container wirft, werden sie wiederverwertet. Auch Hartplastik wird wiederverwertet im dänischen System, das in der Hinsicht wohl recht gut ist. Auf der anderen Seite motiviert das die Hersteller nicht, in Glas zu verpacken. Was Hartplastik ansonsten mit den Lebensmitteln macht, scheint hier noch nicht so richtig durchgedrungen zu sein.

    Gefällt 1 Person

  2. Guten Morgen,
    wenn ich mich recht erinnere, hat es in früheren Zeiten schon mal einen Lieferservice dieser Art gegeben. Zumal die Kisten mit den Glasflaschen sehr schwer sind, müsste das m.E. wieder Schule machen. Was die Firma Kaster kann, können andere doch auch. Tolle Sache!!!! Insbesondere auch für die ältere Generation.
    Jürgen aus Loy (PJP)

    Gefällt 3 Personen

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