schöne welt ohne arbeit

die automatisierung wird kommen und ist nicht mehr aufzuhalten. in anbetracht dieser grossen veränderung bekommt die debatte um ein „bedingungsloses grundeinkommen“ neue brisanz. in zwanzig jahren sollen, alleine in den usa, fast 50 % der arbeiter keinen job mehr haben. besonders der niedriglohn-sektor sei gefährdet, denn die technische entwicklung werde diese arbeiten überflüssig machen. fahrerlose autos und lkw, virtuelle empfangsdamen, roboter die servicearbeiten übernehmen, bewerbungsgespräche führen, oder kunden beraten sind in teilen der usa bereits realität geworden. versicherungen und banken setzen immer mehr auf digitale assistenten. auch in der wallstreet arbeiten kaum noch broker. 90 % der transaktionen erledigt der hochfrequenz-handel mit algorithmen. auch whatsapp, mit über eine milliarde usern, wird von lediglich 50 mitarbeitern verwaltet.
der neue digitale kapitalismus weitet seinen einfluss immer weiter aus. heute kann man mit einer guten idee und dem notwendigen technischen knowhow millionen verdienen. facebook ist das grösste medienunternehmen der usa, produziert aber keine inhalte. amazon und alibaba sind die grössten händler, haben aber keine geschäfte. uber ist das grösste transportunternehmen, besitzt aber keine fahrzeuge und rbb ist das grösste hotelunternehmen, hat aber keine zimmer.

15 Gedanken zu „schöne welt ohne arbeit

  1. Pingback: Schöne neue Welt ohne Arbeit (Campogeno) – Der Wahlberliner

  2. Lieber Geno,

    Danke für den Beitrag. Ich empfinde, wenn wir Menschen selbst daran glauben, dass uns eine Maschine ersetzen kann, dann wird es oberflächlich betrachtet auch so sein. Doch in der Wahrhaftigkeit, also dort, wo wir tatsächlich leben, ist es nicht so. Unsere wahrhafte Realität ist nicht in den Medien zu finden. Weder deine noch meine. Eine Maschine denkt nämlich nicht selbst, auch wenn man uns dies über die Medien weismachen will. Es sind von Menschen eingegebene Programme, welche das künstlich inszenierte Leben ausdrücken. Ohne den Menschen wäre die Hochleistungsmaschine gar nicht da und hätte keinerlei Nutzen.

    Eventuell kennt ja jemand den Film „Das fünfte Element“. Darin wurde total passend dargestellt, wie sich ein stinkreicher Schnösel an einer Kirsche verschluckt, und nur vor dem Ersticken gerettet wird, weil ein Mensch in seiner Nähe steht. Maschinen können nicht menschlich handeln, sondern nur nach Programm. Das sollten wir nie vergessen, unser Menschsein macht den Unterschied, und zwar genau dort, wo wir sind. Doch sind wir auch keine Maschinenstürmer mehr, weil es nicht die Maschine ist, die den Menschen bedroht, sondern vielmehr jenes Denken, dass die Technik und Wissenschaft über das menschliche Dasein stellt. Diese ganze Technik gibt es erst seit etwas mehr als 100 Jahren. Jedoch wie lange gibt es schon den Menschen? Und wo kam diese Technik überhaupt her? Ist sie etwa vom Himmel gefallen?

    Es wäre wohl das Beste, wenn jeder sich stets dessen bewusst ist, was er alles kann – als Mensch und von Natur aus. Aus meiner Sicht weist er dann, automatisch den Maschinen in seinem Leben, den diesen entsprechenden Platz und Wert zu. Der Erfinder der Waschmaschine zum Beispiel, scheint mir doch genialer als jeder Physiker zu sein. Gern darf die Maschine mir auch einen Kuchen backen, doch essen – tue ich diesen mit lebendigen Freunden. Take five mit einer Blechhand, wie arm ist das denn?

    Ich finde die Anregung von romatickercaroline fühlbar gut, nämlich sich auf all das zu besinnen, was uns – die Menschen – einzigartig macht, unkopierbar und somit letztendlich zeitlos wertvoll ist. Es ist ja wohl ein kaum beschreiblicher Unterschied, ob ich einfach eine Knopf drücke, oder einem Menschen direkt in die Augen blicke, eventuell sogar ein Lächeln austausche. Wer die Maschine anbetet, wird mit dieser untergehen. Der Satz in dem Film Matrix, dass der Mensch die Maschinen zum Überleben braucht, muss von einem Stadtmenschen in das Drehbuch geschrieben worden sein. Denn alles, dessen der Mensch wirklich bedarf, trägt er in sich, den Rest liefert ihm die Natur – ganz ohne Strom und so, weil es schon immer so war.

    Freitägliche Grüße * Luxus

    Gefällt 5 Personen

    • meine liebe wahrhaftigkeit,
      erzähle das alles mal den menschen, die in zukunft nicht mehr gebraucht werden, weil sie durch roboter ersetzt werden. sollen sie warten, bis sich jemand an einer kirsche verschluckt, nur um dann zu erfahren, dass sie doch noch gebraucht werden? erzähle den menschen, dass sie alles was sie brauchen, in sich selbst und in der natur finden, „ohne strom und so“. erzähle ihnen, dass in der „wahrhaftigkeit“, in der sie tatsächlich leben, alles besser ist, als sie es real empfinden. warum erkennen sie das nicht? weil sie, als ferngesteuerte konsumenten, nicht mehr frei entscheiden können? weil sie einfach blöd sind? egoistisch und ignorant? ungläubig?

      das bedingungslose grundeinkommen ist alternativlos, denn dann erst haben die menschen zeit für weiterbildung. das neue wissen könnte eine neue art von nachhaltigkeit hervorbringen. sie könnten sich auf ihre fähigkeiten besinnen und sich nur noch mit sinnvollen arbeiten beschäftigen.

      du denkst, glauben versetzt berge, weil es schon immer so war?

      Gefällt 4 Personen

      • Lieber Geno,

        diese Menschen kenne ich doch gar nicht, lese stets nur in den Medien von ihnen. In meiner Realität sehe ich keine materielle Not, obwohl in einer Gegend lebend, wo mehr als ein Drittel der Einwohner behindert erscheint und ein weiteres Drittel die 70 überschritten hat. Woran es hier mangelt ist nur das Menschliche im Pflegebereich, wo Roboter kaum von Nutzen sind.
        Mich belebt gar nicht der Glaube, sondern vielmehr die Gewissheit, dass es wahrlich so ist, wie ich schrieb. Denn auch ich war mal ein Lohnsklave und wurde wegrationalisiert. Doch das Leben brachte es mit sich, dass ich darüber hinweg kam, dass es heutzutage bei der vielen neuen Technik – kaum noch Schreibkräfte braucht.
        Unglücklich war ich allerdings nicht darüber, obwohl keine finanzielle Sicherheit winkte am Tor. Das Leben geht einfach weiter, ob nun heiter oder mürrisch entscheidet man ja stets im eigenen Kopf. Natürlich habe ich Mitgefühl mit den Ahnungslosen und Ausgebeuteten, doch als ehemaliger DDR-Bürgerin ist mir hautnah bekannt, was ein Mensch alles so meistern kann, wenn seine äußere Basis sich aufzulösen beginnt.

        Ich wollte nur ein Licht setzen, mehr nicht. 🙂 Denn wahr ist, seit ich mich durch nichts mehr bedroht fühle, bedroht mich auch nichts. Das Leben pur betrachtet, ist doch stets angenehm, still und oft sehr freundlich.

        Sonnige Grüße * Luxus

        Gefällt 5 Personen

      • Zudem ist das digitale Zeitalter ein Graus für echte Künstler: Billige Gemälde gibt’s inzwischen bei Ikea und im Baumarkt. Man kann Sachen auf Leinwand ausdrucken, es gibt bereits Algorithmen, die Kunst erzeugen können (also etwa ein neues Bild im Stil von Picasso, van Gogh, da Vinci)… Niemand will mehr ein (teures) Original kaufen. Früher hingen auch in Mittelschichtswohnungen gemalte Bilder, heute kauft man billige Massenware – bzw. es gibt nur noch ein oberes Promille von besonders gut verdienenden Künstlern, deren gehypte Bilder den oberen 10.000 als Geldanlage dienen.

        Gefällt 3 Personen

  3. Nicht ohne Arbeit, nur vorwiegend ohne Erwerbseinkommen.
    Hab einen Vortrag eines jap. Wisschenschaftlers gehört, der eine andere Art der Bildung forderte. Menschen müssen Dinge lernen, die die Maschinen nicht besser können. Wieder hin zu eigenständigem Denken, musischen Fähigkeiten, Erfindungsreichtum. Weg von Auswendiglernen und Imitieren. Sag ich schon lange – aber auf mich hört ja keiner.

    Gefällt 5 Personen

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