jenseits unserer werte

unser glaube an die vorherrschaft des westens ist brüchig geworden. grossmächte wie china, russland und die arabische welt melden politische und wirtschaftliche ansprüche an, und sie stellen unsere werteordnung in frage. notfalls auch mit waffengewalt wollen wir unsere westlichen werte verteidigen und auch andernorts durchsetzen, aber unsere interventionen bewirken das gegenteil dessen, was wir beabsichtigen. mahatma gandhis lehre der radikalen gewaltlosigkeit ist ein denken, das uns heute so schmerzlich fehlt.

Die Zeit der westlichen Überlegenheit ist vorbei. Stefan Weidners scharfsinniges Plädoyer für ein neues kosmopolitisches Denken:
Wir waren es gewohnt, dass Europa und Nordamerika die Welt dominieren. In Zeiten der Globalisierung melden nun andere Großmächte politische und wirtschaftliche Ansprüche an und stellen die „westliche“ Weltdeutung in Frage. Fortschritt, Säkularisierung, Liberalismus: Warum sollten diese Prinzipien unserer Ideen-geschichte für den ganzen Globus gelten? Stefan Weidner ist ein Anhänger der Aufklärung. Gerade deshalb plädiert er dafür, Weltentwürfe aus Arabien, Afrika oder China ernst zu nehmen. Der „Westen“ darf nicht glauben, die ganze Welt werde früher oder später seine Vorstellungen übernehmen. Wir brauchen ein kosmopolitisches Denken, das die Vorstellung kultureller Überlegenheit überwindet. hanser-literaturverlage.de

8 Gedanken zu „jenseits unserer werte

  1. Es ist ja auch so einfach alles auf den Westen zu schieben. Die islamischen Staaten schlachten sich gegenseitig ab, sind agressiv und kriegerisch. Unter deren Weltbild soll die Welt besser sein, na wer dass glaubt, der ist schon instrumentalisiert.
    Ich will nicht in solch einer Welt mit islamischer Herrschaft leben.
    Wie Stella schreibt, es wird imner Machthabende geben, auch die, die ihr eigenes Volk abschlachten und versklaven.

    Es ist ein zu komplexes Thema, um nur einen Schuldigen, den Westen, an den Pranger zu stellen!

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  2. Es gab ja schon einmal ein grosses islamisches Reich und alle möglichen anderen Reiche. Meine Weltgeschichte in kurz: Machthabende Völker werden durch Wohlstand (auf dem Rücken von Sklaven erworben) dekadent. Dann kommen primitivere Völker und metzeln die Dekadenten nieder und dann geht das mit denen von vorne los, ein ewiger Kreislauf.

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    • Das ist im grossen und ganzen sicher richtig. Das Spannende und Merkwürdige daran ist, dass Wohlstand offenbar dekadent macht. Naiv betrachtet, würde man doch meinen, Wohlstand mache eher stark und/oder stolz auf das Erreichte. Aber wahrscheinlich hat die Evolution so etwas wie „Wohlstand“ einfach nicht vorgesehen. Das Leben ist eben ein ständiger Kampf um Ressourcen und wer sich zu sehr ausruht, hat schon verloren. Mir widerstrebt zwar diese Sicht auf die Dinge. Irgendwie würde ich gerne eine idealere, humanere Welt sehen, doch die Realität, in der wir leben, ist leider so brutal, dass ich vom utopischen Glauben abfalle.

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      • Wohlstand macht ja dekadent, weil man letztendlich nichts mehr selber macht, sondern „seine Leute“ dafür hat; in den meisten Fällen Sklaven in der einen oder anderen Form.
        In der Natur gilt einzig und allein das Recht des Stärkeren. Wir Menschen könnten uns davon lösen, wenn wir wollten und die Hilflosen mit durchziehen, das wäre dann die Humanität. Aber da sind immer welche, die das nicht wollen, weil fast alle nur an sich selber denken und nicht an die Gemeinschaft.
        Und dann sind da noch die absoluten Barbaren, für die ein Mensch nur ein Stück Fleisch ist.

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  3. Nun ja. Die westlichen Dominanzversuche sind zunehmend erfolgloser. Sollte sich der Westen auf seine inneren Stärken besinnen und die kriegerischen Interventionen sein lassen, könnte er dank Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein Vorbild sein. Aber nur dann. Wir haben am Hindukusch, in Syrien und in Afrika militärisch nichts zu suchen. Andererseits graut mir vor dem Gedanken, dass China, Russland und die arabische Welt den Globus dominieren, Freiheit und demokratische Grundrechte aus dem Leben und dem Geschichtsbuch der Menschheit langsam verschwinden…
    LG, Franz

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    • Die demokratischen Grundrechte sind doch schon ohne Einwirkung von islamischen Ländern am verschwinden. So wie die Menschen manipuliert werden von Presse, Internet, Facebook. Unsere Stimme an der Wahlurne ist doch schon fast eine Farce, denn egal wer an die Macht kommt, die Politik unterscheidet sich kaum noch: die bereits Armen werden zur Kasse gebeten und die Wohlhabenden werden belohnt, denn die eigentlichen Machthaber sind die Grosskonzerne.
      Dann die wachsende Überwachung, alles zu unserer „Sicherheit“ und die wachsende Militarisierung der Polizei. Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich das sehe.

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  4. Wir bräuchten so viele Mahatma Gandhis…….

    „Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen“
    (M. Gandhi)

    ……und was macht die Welt, lügt, betrügt und bekriegt sich, was nur geht!

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