hände weg von literatur und kunst!

kritik ja, aber keine zensur! nicht schon wieder! die gleichstellungsbeauftragte des familienministeriums, kristin rose-möhring, will die nationalhymne gendern? „couragiert“ statt „brüderlich“ und „heimatland“ statt „vaterland“? die nationalhymne wurde nicht von irgendeiner arbeitsgruppe zusammengeschustert, im sommer 1841 schrieb hoffmann von fallersleben das „lied der deutschen“, das nach 1918 die deutsche nationalhymne wurde. seit dem dritten reich wurden die ersten zwei verse gestrichen, der dritte, der ideale besingt, die für jeden gelten sollten, ist aber geblieben.

fangen wir jetzt an, diesen genderwahnsinn auf die literatur und kunst auszuweiten? wann hört das auf und wo führt das noch hin? bis in die antike? nicht nur die nationalhymne hält der forderung nach geschlechtsneutraler sprache nicht stand, auch die ganze überlieferte kultur müsste für die gendergerechtigkeit zensiert werden, oder auf dem müll landen, wenn man ihr alle spuren männlicher dominanz entziehen will.

weil shakespeares hamlet ein schwaches frauenbild zeigt, ist es ein schlechtes stück? weil die frauenfiguren bei botticelli lasziv dargestellt werden, sind seine werke schlechte kunst? weil thomas mann in seinen romanen pädophile tendenzen offenbart, ist er ein untalentierter autor? und was ist mit den opern und dem bild von frauen? „tosca“ zeigt erpressung, folter und eine versuchte vergewaltigung. in „butterfly“ geht es um menschenhandel und kinderprostitution und die frage, ob nicht auch seelische grausamkeit strafbar sein kann.

eine hitzige diskussion zum thema „zensur“ entbrannte, als die manchester art gallery das gemälde von j. w. waterhouse „hylas und die nymphen“ entfernte.
und welche idee hat die gleichstellungsbeauftragte z.b. für das von amedeo modigliani geschaffene gemälde „liegender akt“ (ich habe der dame schon mal etwas angezogen)?
hände weg von literatur und kunst! schreibt doch einfach eine ganz neue deutsche nationalhymne in geschlechtsneutraler sprache. schafft auch gleich ganz neue literatur in geschlechtsneutraler sprache. schafft auch neue, nicht diskriminierende gemälde, aber verhunzt nicht schon geschaffene literatur und kunst, das ist einfach nur respektlos.

20 Gedanken zu „hände weg von literatur und kunst!

    • Kein übler Tagesspiegel-Artikel. Bloß der gemütlich-versöhnliche Ton gegen Ende nervt, nicht? Allmählich werden Zensur und Schnüffelei zur Gewohnheit in Gewerkschaften, Parteien, Verbänden, sogar Firmen usf., und es ist so vorgeschrieben qua Gesetz (Hängeaugen-Maas‘ mephitisches Netzwerkdurchsetzungsgesetz) unter größten Strafandrohungen, und da müsste die deutschfriedhofsruhige Gemütlichkeit wirklich mal ein paar Aufständen und brennenden Heikendorfer Rathäusern Platz machen. Oder so.

      Warum geschehen solche aber kaum oder gar nicht: Weil deren Fehlen leider bestens zur allgemeinen Zensiertwerden-Passivität passt.

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    • Was waren denn das wieder für Vollpfosten? Ich sehe kein Bild, das diskriminieren könnte! Kann nur schöne Frauenkörper entdecken, die elegant dargestellt werden. Wer einen hochhackigen Stiefel als frauenfeindlich interpretiert, der hat wohl noch nicht richtig hingeguckt! Es ist eines „unserer“ Accessoires, mit denen wir uns und anderen gefallen. Wie ein Bleistiftrock, Nahtstrümpfe, ein tolles Oberteil etc. Ich bin ein Jeans und T-Shirt Typ, aber auch ich hab in meiner Jugend sowas angezogen, weil ich mich toll damit fand😊Und ja, klar hat’s geschmeichelt, wenn Männer guckten😊Sonst hätte ich mir damals auch einen Sack überstülpen können, wenn mir das nicht gefallen hätte, hihi😊

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      • … also am Rührendsten an den Bildern im obigen Rathause find ich ja definitiv die Bettdeckenbezüge drüber. Diese Streifen, ach Biedermeierprovinz reloaded.
        Übrigens sind Piepenbrinks Bilder ja auch ganz schön biedermeierlich, nicht?, die sehen aus wie Bucheinbände von 1975, so glatt, kalt, perfekt, fetischisierend und reiner Neo-Artdéco. Gute Gemälde sind was Anderes.

        Übrigens ist auch Waterhouses Gemälde (im Artikel abgebildet) ein ausgesprochen schlechtes Gemälde, nicht wegen der Aussage (sofern da eine wäre) oder wegen der Frauendarstellungen, sondern wegen des akademistischen Kitschs. Was gab es denn sonst im Umfeld des Malers: Englischen Symbolismus gab es da (den Rosetti etwa), also meist gute bis sehr gute Malerei. Jedoch Waterhouse ist rückschrittlich im Sinne von Idealisierung und ‚Altmeisterlichkeit‘.
        Hugh!

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    • … doll übrigens auch diese identitären Aussagen wie „als Frau stoßen mich diese Bilder ab“. Kann jemand auch als Hundebesitzer oder als Schleswig-Holsteinerin von zu blümeranten Kaffeetassen oder schiefgenagelten Scheißhaustüren abgestoßen werden?
      Yes he can 🙂 , aber er macht sich damit lächerlich und offenbart sich als Potz.

      Die privinzholsteinerische SPDisse ist freilich „als Frau“ abgestoßen. Damit usurpiert sie sich Gruppenrecht und spricht für andere Frauen. Wie kommt sie denn dazu; leidet sie am Pluralis Majestatis? Sie signalisiert damit Gruppen-Opferdasein und moralisierendes Bessermenschentum, ganz als ob es eine Hierarchie des Rechts auf Abgestoßensein gäbe. Sowas tut man nicht.

      Etwa als Jude (bin ich) gibt man sich ja seit je her Mühe, nicht von etwas „als Jude“ abgestoßen zu sein, sondern wenn, dann höchstens als Mensch. Mich stößt etwa Schweinefleisch ab, aber ich würde es nie vor Bratenessern ausposaunen, sowas gehört sich nicht. So wie es sich nicht gehört, als Frau besondere Tugend, als Mann besonderes Machotum oder als Afrikaner besonderes Schwarzsein zu signalisieren.

      Jedoch manche kapieren das nicht, sondern legen extra noch ein Brikett drauf. Die SPDisse fühlt sich „sexistisch belästigt“. Damit usurpiert sie sich was Päpstliches herbei: Die Autorität, um für Andere festzulegen, was Moral zu sein habe. Was für ein Stand der Dinge ist denn das: Ein äußerst altmodischer, dämlicher, alberner Stand der Dinge. Anno Siebzehnhundert-und hat ein Papst antike Statuen im Vatikan halb verhüllen lassen, weil er sich „sexistisch belästigt“ nein moralisch empört fühlte, und im vorigen Jahr hat die Regierung in Berlin Statuen verhüllen lassen, weil eine iranische Delegation sich „religiös beleidigt“ hätte fühlen können. Ein Akt, der in Sachen Vermufftheit, Besserwisserei, Pseudoprüderie und Zensurgeilheit die Rekorde bricht.

      Wie sagt Ben Shapiro immer: Facts don’t care about feelings 😀

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  1. Wichtiger Beitrag!

    Was nützt’s, wenn Zensur „gut gemeint“ ist? Nichts. Auch „gut Gemeintes“ kann totalitär enden. Dass Sprache sich weiterentwickelt, ist normal. Und dass man versuchen kann, diese Entwicklung irgendwie positiv zu gestalten, okay. Aber bestehende Werke zu verhunzen, nur weil sie einem anderen Zeitgeist entsprungen sind, ist einfach erbärmlich. Wo soll das enden? Wieder mal Bücher verbrennen, oder was?
    LG Franz

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  2. Da brauchen wirklich ein paar Nixnutzige eine Daseinsberechtigung und denken krampfhaft nach, was man wieder ändern könnte. Daß dann nur gequirlte Scheiße rauskommt, braucht einen nicht zu wundern.
    Es ist eine Frechheit und Selbstüberschätzung, wenn man Kulturgut so unsinnig und grundlos ändern möchte! Wie lange wird’s dauern und irgendeiner blöden Henne fällt ein, daß man sämtliche deutsche Dichter, Komponisten und Maler revidieren muß, weil ein Wort, eine Note, ein Pinselstrich, nicht paßt. Sie werden noch bis zu Walther von der Vogelweide zurückgehen, weil seine Minnegesänge so fürchterlich diskriminierend sind.
    Armes Deutschland!

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  3. Pfuiiiiii was ein Schweinekram postest du wieder… Also echt so was kann ich gar nicht lesen, du weißt ich bin voll sensibel 😳
    Also weg mit der Kunst!!!
    Ich bin ja auch schon gespannt auf die neue Hymne und freue mich schon auf die tollen neuen Schreibweisen z.B. von „couragiert“… Das bekommen doch die Kids heute gar nicht mehr hin… 😚
    Aaaaalso, wie wäre es damit??

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