war ich mal ein rassist?

ein mitarbeiter eines reisekonzerns bestellte letztes jahr in der kantine bei einer aus kamerun stammenden frau einen „negerkuss“ und wurde deshalb fristlos gekündigt. ist er wegen seiner bestellung wirklich ein rassist?

als kind freute ich mich auf einen „negerkuss“, einen „mohrenkopf“ oder „sarotti-mohr-schokolade“ und im restaurant bestellten wir uns gerne ein „zigeunerschnitzel“ und liebten auch die pikante „zigeunersauce“ auf unserem essen. diese bezeichnungen seien jetzt rassistisch, meinen kritiker, politisch unkorrekt und es ist nicht das erste mal, dass alte begriffe unangenehm auffallen.

fragt heute ein mann im restaurant eine jüngere kellnerin nach „bubespitzle“ oder einer „ochsenschwanzsuppe“ dann wird er angestarrt, als habe er der dame mit offener hose einen obszönen antrag gemacht.

für mich spricht, dass negerkuss, mohrenkopf, sarotti-mohr, zigeunerschnitzel und -sauce heute nicht mehr auf meinem speiseplan stehen und ich meinen deutschen führerschein schon lange zurückgegeben habe.  😉

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7 Gedanken zu „war ich mal ein rassist?

  1. Nun, leider gehen wir viel zu „locker“ mit Sprache um und ich finde solche Wörter wirklich bedenkenswert. Zumal in diesen Zeiten. In der Kommunikation ist es wichtig solche misszuverstehenden Wörter zu lassen. Ich finde es gut, dass wir uns bewußt machen, dass es „rassistische“ Wortwendungen gibt. Früher waren die Menschen da sorgloser (deshalb kam es auch zu so einer Grausamkeit wie die Judenverfolgung – damals was Jude ein Schimpfwort).
    Reflektiertheit schadet ganz bestimmt nicht. Gewalt kann schon mit der Sprache anfangen.
    Aber da muss ich mich an der eigenen Nase fassen, denn ich sag auch immer „die Fleischfresser“ – wie auch immer es ist auch eine Abwertung.

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  2. Hallo Einsiedler,

    erst mal danke für Deine letzten Bewertungen meiner Beiträge.

    Zu Deinen Thema: meiner Meinung nach ist das doch Wortklauberei in der Gesellschaft. Ich denke, jeder Einzelne entscheidet selbst, welche Begriffe er verwendet. Schließlich hat auch jeder seinen eigenen Humorhorizont.

    oekobeobachter

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  3. „Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund“ sind ja sowieso ungesund…
    …genauso wie political ÜBERcorrectness irgendwann ins krankhaft Übersteigerte umschlagen kann. 🙂
    Am Ende macht man sich durch solche aufgesetzt affektierten Aktionen (alte Kinderbücher umschreiben etc.) nur noch mehr (rassismus-)verdächtig. 😉

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