70 prozent

unser fleischverbrauch, die massentierhaltung und intensivste landwirtschaft zerstören immer mehr unsere umwelt. tatsache ist, dass inzwischen 70 prozent aller agrarflächen der erde für die tierfütterung beansprucht werden.

die folgen sind fatal, wertvolle regenwälder gehen verloren, böden und gewässer werden mit pestiziden belastet und die preise für grundnahrungsmittel steigen aufgrund knapper werdender agrarflächen. die grossräumige anwendung des herbizids glyphosat beim gentech-sojaanbau führt vermehrt zu massiven gesundheitsschäden. dieser expandierende futtermittelanbau und die tiere aus der massentierhaltung verbrauchen auch noch unmengen unseres wertvollen trinkwassers und sind für mehr als die hälfte aller globalen co2 emissionen verantwortlich, somit ist unser fleischkonsum hauptverursacher des durch den menschen verursachten klimawandels. die industrielle tierhaltung schadet der erde mehr als jede andere industrie.

Die Heinrich-Böll-Stiftung, Le Monde Diplomatique und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlichen kürzlich den „Fleischatlas 2014“ mit Daten und Fakten zu den aktuellen Tendenzen im Big Business Fleisch. Demnach werden bis Mitte dieses Jahrhunderts weltweit jährlich fast 470 Millionen Tonnen Fleisch – 150 Millionen Tonnen mehr als heute – produziert. Damit geht ein drastisch wachsender Flächenverbrauch für Futtermittel einher: Allein der Bedarf an Sojafuttermitteln zur Mästung der Schlachttiere würde von derzeit 260 Millionen auf über 500 Millionen Tonnen pro Jahr steigen.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, kritisierte die Industrialisierung in der Fleischerzeugung: „Moderne Schlachtanlagen in Europa und den USA nehmen immer absurdere Dimensionen an. Während wir hierzulande 735 Millionen Tiere pro Jahr töten, schlachtet alleine die US-Gesellschaft Tyson Foods mehr als 42 Millionen Tiere in einer einzigen Woche. Dahinter kann kein gesundes Agrarsystem stehen.“

Der größte Boom der Fleischproduktion finde in den aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften statt. „Hier wird nach westlichem Vorbild zunehmend unter hochindustrialisierten Bedingungen Fleisch erzeugt, mit all den unerwünschten Nebeneffekten wie Lebensmittelskandalen, Antibiotikamissbrauch, Nitratbelastungen und Hormoneinsatz“, so Unmüßig.

Schon heute wandert allein für die europäische Fleischproduktion Soja von umgerechnet 16 Millionen Hektar Land in die Tröge. „Das Futter für die zusätzliche Produktion von mehr als 150 Millionen Tonnen Fleisch im Jahr wird Land- und Nahrungsmittelpreise explodieren lassen. Die Zeche für den globalen Fleischhunger zahlen die Armen, die von ihrem Land verdrängt werden und sich aufgrund der hohen Preise weniger Nahrung leisten können“, prognostizierte Unmüßig.

landDie BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning wies auf die enormen Umweltbelastungen und negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur durch den expandierenden Futtermittelanbau hin. Benning: „70 Prozent aller Agrarflächen der Erde werden inzwischen von der Tierfütterung beansprucht. Die Folgen sind fatal, wertvolle Regenwälder gehen verloren, Böden und Gewässer werden mit Pestiziden belastet und die Preise für Grundnahrungsmittel steigen aufgrund knapper werdender Agrarflächen. Die großräumige Anwendung des Herbizids Glyphosat beim Gentech-Sojaanbau führt in Südamerika vermehrt zu massiven Gesundheitsschäden.“ Erfreulich sei, dass der Fleischkonsum in Deutschland im letzten Jahr durchschnittlich um mehr als zwei Kilogramm pro Einwohner zurückgegangen sei.

Der BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung warnten vor einer möglichen Einfuhr hormonbehandelten Fleisches aus den USA durch das zwischen den USA und der EU geplante Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership). „Wir müssen verhindern, dass im Zuge des Freihandelsabkommens die hohen Standards, die wir bei Lebensmitteln in der EU haben, aufgeweicht werden“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Auch deshalb werde sein Verband anlässlich der „Grünen Woche“ in Berlin am 18. Januar gemeinsam mit einem breiten Bündnis eine große Demonstration für eine verbraucher- und tierschutzgerechte Agrarpolitik durchführen.

„Deutschland und Europa verbieten aus guten Gründen Wachstumshormone in der Tierhaltung. Die Risiken für die Gesundheit insbesondere von Kindern und Jugendlichen sind entschieden zu hoch. Wenn das Freihandelsabkommen zugunsten multinationaler Unternehmen die Handelsverbote für Hormonfleisch abschafft, steht die Gesundheit von Tier und Mensch in Europa auf dem Spiel“, sagte Weiger. quelle: klimaschutz-netz.de

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13 Gedanken zu „70 prozent

  1. Ich empfehle mal den Weltagrarbericht. Dort sind es gerade mal 34% der Getreide die als Futtermittel dienen, 46% sind Lebensmittel und dann haben wir da noch Agrosprit, Öl und sowas. Immerhin auch 20%.
    Ständig die Schuld auf die Tiere zu schieben bringt es auch nicht. Will man am Klimawandel etwas ändern muss man erst einmal Autos und Flugzeuge- dazu gehören auch militärische- reduzieren, Waffen insgesamt. Es gäbe bereits eine Verbesserung wenn alle in D einmal wöchentlich auf Fleisch verzichten. Dazu das allgemeine Kauf- und Heizverhalten.
    Muss die Wohnung in allen Räumen gut beheizt und lauschig warm sein oder kann ich auch einfach eine Jacke oder einen Pulli anziehen? Das hat viel Einfluss auf den Klimawandel ebenso wie die Frage ob ich alles immer Neu haben muss oder auch mit Gebraucht zufrieden bin. Muss ich blödsinnige Sammelobjekte haben? All das spielt eine Rolle und es sind immer noch Spekulationen an der Börse die zur Verteuerung von Lebensmittelpreisen führen, ebenso wie Missernten, etc.

    27% sind übrigens nicht mehr als die Hälfte aller CO2-Emmissionen, denn die Hälfte wäre 50% und 27% liegt deutlich darunter.

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    • was für 27 prozent ?

      wwi: 51% aller treibhausgase durch fleischkonsum
      Im World Watch Magazine November/Dezember 2009 veröffentlicht das anerkannte Worldwatch Institute (WWI) in Washington /USA den Artikel „Livestock and Climate Change“ mit der Aussage, dass die Produktion von Fleisch und Lebensmitteln tierischen Ursprungs weltweit deutlich mehr Treibhausgasemissionen verursacht, nämlich 51 Prozent. Als vielzitierter Richtwert aus dem Jahr 2006 galt bisher die Zahl 18 Prozent, vertreten von der Foods and Agriculture Organization (FAO) der United Nations (UN).

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          • Ist es nicht dumm einem Institut zu vertrauen das mit Leuten zusammen arbeitet die eng mit Monsanto und diversen Firmen verknüpft sind deren umweltschädigende Produktionen bekannt sind? Ist es nicht dumm sich auf Leute zu stützen die bei der WHO mitbestimmen? Ist es nicht dumm sich an Leute zu hängen die gern die Schuld auf andere schieben um selbst nicht mehr im Fokus zu stehen? Denk über dein Worldwatch nach und ob du wirklich auf das richtige Pferd gesetzt hast. Ich lehnen solche „Manipulierer“ ab

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          • Du vernichtest selbstverständlich nichts. Langsam wirst du lächerlich.
            Nein, Gott ist nicht die Natur, er hat sie erschaffen, damit wir sie für uns nutzen, aber nicht so wie viele es tun, sondern mit Vernunft. Und „ihr vernichtet“ kannst du gleich mal ganz abharken.

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  2. Hallo campogeno,

    vielen Dank für die Recherche und den aussagekräftigen Beitrag. Die dargestellte Problematik rast schon auf der Überholspur an uns vorbei. Offenbar wollen aber die Entscheider den Windschatten spüren, weil sie allzu oft gut daran verdienen. Wir Verbraucher aber entscheiden noch immer selbst, was wir essen möchten.

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  3. mir fällt es nicht allzu schwer auf fleisch zu verzichten.
    allerdings auch wegen meiner körperlichen gesundheit und wegen der tiere, die deswegen nicht zu leiden brauchen.
    das umweltbundesamt würde ja gern den steuersatz auf fleisch und tierische produkte von 7 auf 19% erhöhen, die regierung will das jedoch nicht.
    weil die alten säckeInnen lieber fleisch in der kantine fressen wollen als an geschundene tiere zu denken.

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