wie das schweinesystem tiere quält, bauern in den ruin treibt und verbraucher betrügt

schweinesystemWenn es um Tierhaltung geht, sind sich viele einig: So, wie es heute läuft, darf es nicht weitergehen. Doch wo genau liegen die Probleme eigentlich und wo müssen wir ansetzen, damit Tiere nicht länger gequält, Bauern in den Ruin getrieben und Verbraucher getäuscht werden? Das aktuelle Buch von Matthias Wolfschmidt, Veterinär-mediziner und Kampagnenleiter von foodwatch, geht diesen Fragen zum ersten Mal konsequent aus der Sicht der Verbraucher nach und findet Antworten.

Trinken Sie Milch, essen Sie manchmal Fleisch oder ab und zu mal ein Ei? Greifen Sie auch mal zu Schokolade, Keksen oder Gummibärchen? Ob Wochen- oder Supermärkte, das Lebensmittelangebot ist voll von Produkten, die ganz oder teilweise tierischen Ursprungs sind. Vielleicht versuchen Sie, wenn Sie nicht Veganerin oder Veganer sind, nur solche Lebensmittel zu kaufen, die aus „guter“ Tierhaltung stammen. Doch wie kann man solche Produkte erkennen?

Ging es dem Huhn gut, dessen Eier ich kaufe?
Die traurige Antwort lautet: Wir können beim Einkauf nicht erkennen, ob es den Tieren gut ging, deren Produkte wir kaufen. Wir können uns vielleicht über formale Haltungsbedingungen informieren. Darüber, wie groß die Ställe sind und ob die Schweine nur Spaltenböden oder auch Stroh zur Verfügung hatten. Und darüber, welche Unterschiede es zwischen konventionell, bio und verschiedenen Verbänden gibt. Doch all diese formalen Kriterien lassen leider keine Aussage darüber zu, wie gut oder schlecht es einem Tier ging.


Kranke Tiere sind die Regel, nicht die Ausnahme
In seinem Buch „Das Schweinesystem“ beschreibt der studierte Tierarzt und foodwatch-Kampagnenleiter Matthias Wolfschmidt eindrücklich das massive Elend in den Ställen: Schweine mit Lungenentzündung, Hühner mit Knochenbrüchen, Kühe mit Euterkrankheiten sind die Regel, nicht die Ausnahme. Fleisch, Wurst, Milch und Käse stammen häufig von kranken Tieren, ebenso wie die tierischen Zutaten in Backwaren oder Schokolade. Leider bewahrt uns auch der Einkauf im Biomarkt oder Reformhaus nicht davor, Produkte von kranken Tieren zu kaufen. Denn bisher werden in keiner Haltungsform haltungsbedingte Krankheiten systematisch erfasst, verbindliche Zielvorgaben dafür existieren nicht.


Buch zeigt Lösungswege
Matthias Wolfschmidt hat als Veterinär das Leid in den Ställen nicht nur selbst erlebt, er hat auch ein Konzept ausgearbeitet, wie die Tierhaltungswende gelingen kann. Insofern eröffnet das Buch nicht nur einen schockierend realistischen Blick auf die Zustände in den Stellen, sondern macht auch Mut: Denn tiergerechte Zustände in der Nutztierhaltung sind möglich – es braucht „nur“ den Mut, sie politisch auch umzusetzen. Und dafür genügend Stimmen, die nachdrücklich eine solche Wende in der Tierhaltung einfordern.

fischerverlage.de

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8 Gedanken zu „wie das schweinesystem tiere quält, bauern in den ruin treibt und verbraucher betrügt

  1. Aus Verterinärsicht gut, aber ich denke das Problem liegt an einer ganz anderen Stelle. Die Bürger sind Konsumenten und falscher Konsum ist das eigentiche Problem. Es ist ein Unterschied ob ich den Kühlschrank fülle und letztlich einen Haufen entsorge weil es vergammelt ist bevor ich es verbrauchen konnte oder ob ich nur kaufe was ich brauche. Auch der Wunsch jederzeit alles an jeder Straßenecke in ausreichenden Mengen kaufen zu können unterstützt die dafür notwendige Massenproduktion und wenn da viel entsorgt werden muss, macht das ja nichts, denn wir „haben es ja“. Wohlstand wird durch Konsum definiert und wer nicht wirklich reich ist benötigt Billigware um am Wohlstandskonsumverhalten beteiligt sein zu können. Dann kommt noch die Geldgier von Produzenten dazu, der Wunsch mit den guten Bilanzen zu glänzen, was wiederum zu Massnproduktionen führt.
    Man muss das Denken der Menschen ändern. Sie müssen ihr Konsumverhalten ändern, denn wenn sie keine Tiere quälen, quälen sie Menschen, letztlich aber immer beides und natürlich auch die Umwelt weil die Geldausgabe nicht stagnieren darf.

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    • der verbraucher ist doch dümmer als er glaubt. ein durchschnittlicher westlicher verbraucher beutet 25 menschen (und unzählige tiere) aus. moderne sklavenarbeit für die zügellosen bedürfnisse der westlichen konsumgesellschaft. der verbraucher ist komplize dieser ausbeuterischen industrie. alles muss so billig wie möglich sein, dafür bleiben gerne menschenrechte und tierwohl auf der strecke.

      warum produzieren wir unsere smartphones, unsere kleidung, leder und schuhe nicht wie früher in deutschland oder europa? weil der deutsche konsument keinen fairen preis dafür bezahlen will. die ausbeutung wird nach asien exportiert. man muss also nicht mit dem finger nach asien zeigen.

      in den ställen der deutschen funktionäre vom bauernverband und der deutschen landwirtschaftsgesellschaft sieht es kaum besser aus, die „legale“ tierquälerei in deutschland wird dann (aber nur ganz selten) als „ordungswidrigkeit“ geahndet.

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      • Der Bürger ist nicht sonderlich belastbar, daher blendet er gern alles aus, was dem Gemüt schadet.Fernsehen ist besser. Der getötete steht wieder auf sobald die Szene abgedreht ist. Echter Tod ist beängstigend, dem wollen alle entfliehen. Das ist gar nicht mal Dummheit, sondern jahrelange Erziehung durch Politiker und Medien. Smartphones in Deutschland produzieren wäre letztlich nicht die vollständige Lösung, denn wir bräuchten dafür immer noch Ressourcen die Deutschland nicht besitzt und daher aus anderen Ländern beschaffen muss und um die Mengen und niedrigen Preise zu erhalten wäre weiter Umweltzerstörung, Ausbeutung, Terrorismus und Krieg der Weg. Vor allem deshalb weil Verzicht im deutschen Gedankengut keinen guten Stellenwert hat, Besitz aber nicht finanziert werden könnte

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