die glyphosat-lüge und die globalisierte gleichgültigkeit

warum gibt es, überall dort wo glyphosat auf grossen monokulturen eingesetzt wird, eine grosse zahl ungeklärter fehlgeburten und missbildungen? warum findet man spuren von glyphosat in der muttermilch? und warum erkranken immer mehr menschen und tiere, die der substanz glyphosat ausgesetzt sind?

monsantoGlyphosat, die unterschätzte Gefahr
Weltweit werden jährlich circa 1,2 Millionen Tonnen Glyphosat gespritzt. Unsere Lebensmittel werden mit einem krebserregenden, gefährlichen Gift verseucht – warnen die einen. Unwissenschaftlicher Unfug, Alarmismus und Verteufelung eines guten und umweltschonenden Produkts – entgegen die anderen. Der Unkrautvernichter Glyphosat spaltet Deutschland.
„Das Vorgehen des Bundesinstituts für Risikikobewertung ist kriminell, weil damit (…) weiteren Krankheitsfällen, wie zum Beispiel dem bösartigen Lymphdrüsenkrebs, Tür und Tor geöffnet werden,“ sagte Prof. Dr. Ebehard Greiser in einem Interview mit dem NDR. Greiser ist Gesundheitswissenschaftler und wirft dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor, die Krebsgefahr durch das Herbizid Glyphosat zu verharmlosen. Der Epidemiologe beschuldigt das Amt sogar, bei der Ausarbeitung eines Reports massiv manipuliert zu haben. Der Report des BfR war für die Zulassung von Glyphosat als Unkrautvernichter ausschlaggebend.

Ist der Unkrautvernichter ein Risiko?
Bauern berichten: bei weniger Glyphosat im Futter nehmen Miss- und Totgeburten ab, bei mehr nehmen sie zu. Die Behörde mit dem „Risiko“ im Namen ist für den Schutz der Bevölkerung zuständig. Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre das ein handfester Skandal. Doch worum geht es genau? Glyphosat ist weltweit der meistverwendete Unkrautvernichter auf den Äckern, aber auch in unseren Gärten. Mehr als sechs Millionen Liter wurden alleine 2012 in Deutschland auf die Böden gebracht.

Ist Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“?
Wie wirkt sich langjähriger Einsatz von Glyphosat auf den Boden aus? Alle Pflanzenschutzmittel müssen von den Behörden zugelassen werden. Für Glyphosat wurde eine Verlängerung der Zulassung im Dezember 2015 genehmigt. Kurz vorher platzte die Weltgesundheitsbehörde WHO mit einem Plädoyer für ein Verbot von Glyphosat mitten in die Entscheidungsfindung der deutschen Behörden. Die Arbeitsgruppe für Krebsforschung der WHO hält das Unkrautvernichtungsmittel, das von Monsanto und BASF vertrieben wird, für „wahrscheinlich krebserregend“.

Doch die WHO ist mit dieser Meinung unter den Behörden alleine: Genauso wie die Europäische Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht das BfR kein Risiko, dass Glyphosat Krebs auslöst. Wie kommen die WHO und die beiden anderen Stellen zu so unterschiedlichen Standpunkten?

Alle Behörden entscheiden auf Grundlage von Studien, zum Beispiel an Versuchstieren. Man sollte davon ausgehen, dass es viele unabhängige Langzeitstudien zu dem Thema gibt, denn Glyphosat wird in einem Ausmaß verwendet, wie kaum ein zweites Pestizid. Doch dem ist leider nicht so.

Der Studienkrieg um Glyphosat
Die Hersteller haben große Studien verfasst, die von Umweltschützern kritisiert werden, weil sie nicht unabhängig entstanden. Eine unabhängige Studien wird von den Herstellern in Zweifel gezogen, zum Beispiel weil sie angeblich Versuchstierrassen verwende, die per se anfällig für Krebs sein sollen. Es herrscht ein Studienkrieg zwischen Befürwortern und Gegnern des Herbizides.

Das BfR führt meistens keine eigenen Versuche durch. Dieses wäre viel zu teuer. Die Behörde stützt sich fast immer auf vorhandene Studien. Die meisten stammen jedoch von den Herstellern der Chemikalie. Wesentliche Teile davon (z.B. die Rohdaten) sind nicht öffentlich und können von anderen Wissenschaftlern nicht eingesehen werden. Das ist bei fast allen industrie-finanzierten Studien so. Doch bei einem dermaßen umstrittenen Produkt ist das recht problematisch. Den Zulassungsbehörden und der WHO sind die Daten jedoch zugänglich.
pestizide
War das BfR nicht gründlich genug?
Eine weitere Angriffsfläche bietet das BfR, weil es anscheinend Anhaltspunkte für eine krebserregende Wirkung von Glyphosat in den Rohdaten der Hersteller übersah. Das ergaben Recherchen des MDR-Magazins Fakt. Die Behörde schaute für das Gutachten nur auf das Ergebnis der ursprünglichen Studienverantwortlichen, welchen ihre Rohdaten anscheinend nicht gründlich genug ausgewertet hatten.

Haben die Kritiker also recht, die dem BfR vorwerfen, ihre Arbeit nicht richtig gemacht zu haben? Das BFR betont immer wieder: Glyposat stelle kein Risiko für die Gesundheit dar. Die Unterschiede zwischen WHO und BfR bei der Bewertungen zur Gefahr von Glyphosat rühren laut BfR daher, dass die WHO untersucht habe, ob der Stoff in hoher Konzertanion Krebs auslösen kann. Das BfR dagegen untersuche, ob bei fachgerechter Anwendung ein Risiko besteht, dass Konsumenten oder Bauern aufgrund des Herbizides Krebs entwickeln.

Egal wie man zu Glyphosat steht: Es scheint dringend notwendig, dass unabhängige Institute weitere Studien durchführen. Mitte Mai dieses Jahres (2016) werden die EU-Mitgliedsstaaten über eine Zulassungserneuerung des Pestizid-Wirkstoffs Glyphosat abstimmen. Es bleibt abzuwarten, wie die EU aufgrund der neuen Erkenntnisse der WHO entscheiden wird. Vor allem ist von Interesse, ob die EU das umstrittene Abtöten von erntereifem Getreide mit Glyphosat – zur besseren Trocknung auf dem Feld – verbieten wird. Bei dem Verfahren gelangen besonders hohe Glyphosatkonzentrationen in die Lebensmittel. Quelle: Gift im Acker – ein Film von Volker Barth und Susanne Richter

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7 Gedanken zu „die glyphosat-lüge und die globalisierte gleichgültigkeit

  1. Guter Artikel, den ich gerne noch mit ein paar Fakten zur Gefährlichkeit von Glyphosat und mit wichtigen Quellen zum Thema Industrielobbyismus der Chemiekonzerne im Fall des Totalherbizids ergänzen möchte:

    Wie die WHO, FAO, JMPR und Co jedes Jahr mit Millionenspenden von den Chemiekonzernen versorgt werden haben zahlreiche Medien bereits aufgedeckt, z.B. 
das ARD FAKT Magazin:


    http://www.ardmediathek.de/tv/FAKT/Glyphosat-Gremium-unter-Industrieeinflus/Das-Erste/Video?bcastId=310854&documentId=35696344

    
ZDF:

    Frontal21:

    Die Süddeutsche: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kampf-um-glyphosat-wenn-leserbriefe-von-monsanto-als-studien-gelten-1.2570374

    Der Spiegel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/lobbying-wie-genmais-gigant-monsanto-politik-macht-a-482238.html

    The Guardian: http://www.theguardian.com/environment/2016/may/17/unwho-panel-in-conflict-of-interest-row-over-glyphosates-cancer-risk

    Und warum das BfR Glyphosat als harmlos einstuft, liegt unter anderem daran, dass 3 der 13 Experten in der BfR Kommission bei den Glyphosatherstellern BAYER und BASF arbeiten.


    http://www.bfr.bund.de/de/mitglieder_der_bfr_kommission_fuer_pflanzenschutzmittel_und_ihre_rueckstaende-189320.html

    Und auch die anderen 10 Mitglieder der Kommission werden von den Glyphosatherstellern über Aufträge, Kooperationen und Spenden indirekt finanziert.

    Dr. Martin Hommes und Dirk Rautmann zum Beispiel arbeiten für das deutsche Julius Kühn-Institut (JKI), das wiederum mit Bayer CropScience, Syngenta, Monsanto, BASF und Co in Projekten kooperiert, die die Industrie finanziert:


    http://www.jki.bund.de/index.php?id=1075&q=Monsanto
    http://www.jki.bund.de/index.php?id=1075&q=Bayer%20cropscience
    Dr. Michael Klein arbeitet für das deutsche Fraunhofer-Institut, und im wissenschaftlichen Beirat des Frauenhofer Institutes sitzen Dr. Gerhard Görlitz von Bayer CropScience, Dr. Harald Seulberger von BASF und Dr. Terry Clark von Syngenta.

    So geht das weiter, mit allen Glyphosat Experten im BfR.
    Daher ist es auch kein Wunder, dass die Kommission einfach die Ergebnisse von 850 geheimen Studienergebnisse der Glyphosathersteller übernommen haben, ohne sie zu prüfen.

    
http://de.euronews.com/2016/06/30/mdb-ebner-zu-glyphosat-risiko-der-krebsgefahr/

    Zudem hat das BfR Leserbriefe von Glyphosatanwendern als Studien ausgewertet: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kampf-um-glyphosat-wenn-leserbriefe-von-monsanto-als-studien-gelten-1.2570374

    Das ist so, als ob VW Leserbriefe von Autofahrern als Beweise dafür vorlegt, dass ihre Abgaswerte total in Ordnung sind.

    Das sind auch einige Gründe, warum 6 Umweltorganisationen aktuell das BfR, die Efsa und Monsanto vor dem EU Gericht verklagen, wegen Fälschung von Studien:


    http://www.ackergifte-nein-danke.de/news/247-anzeige-gegen-monsanto-bfr-efsa.html

    Denn wer wirklich wissen will, wie gefährlich Glyphosat ist, kann diese Zusammenfassung der internationalen unabhängigen Studien vom Umweltinstitut München lesen:

    
http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

    Und die Experten, können hier die 750 Orginalstudien und Veröffentlichungen auf Englisch nachlesen:
 http://www.gmofreeusa.org/research/glyphosate/glyphosate-studies/

    Denn das Fatale ist, dass die Studien von Monsanto geheim gehalten werden, obwohl ein EU Gerichtshof auf Klage von Greenpeace bereits 2013 entschieden hat, dass im Fall von Glyphosat die Hersteller ihre Studien offenlegen müssen:

    
http://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=T-545/11,

    Trotzdem verteidigt das BfR, das eigentlich zum Schutz der EU 600 Mio Bürger zuständig ist, das Recht von Monsanto seine Daten geheim zu halten.

    In den USA ist es aber den beiden Wissenschaftlern, Stephanie Seneff und Dr Anthony Samsel, gelungen, mit einem Klage beim US Senat, einige geheime Glyphosat Originalstudien von Monsanto zu erhalten, die auch belegen, wie Monsanto die Rohdaten manipuliert hat, um die Krebsgefahr von Glyphosat zu vertuschen:

    
http://sustainablepulse.com/2015/11/06/first-review-of-secret-monsanto-studies-shows-glyphosate-cancer-cover-up/#.V6pOuGXnKyg

    http://www.gmwatch.org/news/latest-news/16515-monsanto-s-secret-studies-reveal-glyphosate-link-to-cancer

    Daher wird Monsanto auch aktuell auch wieder von einer Anwaltskanzlei verklagt.

    Das ist aber auch kein Einzelfall, denn Monsanto wurde schon oft wegen Vertuschung von Studienergebnissen erfolgreich überführt und verklagt:
    Bei den krebserregenden PCBs, bei dem krebserregenden Agent Orange, bei dem Rinder Wachstumshormon Posilac:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Epstein_(Mediziner)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Monsanto,_mit_Gift_und_Genen

    Und was viele in Deutschland nicht wissen ist, dass auch die US Behörde EPA, das US Pendant zum BfR, in den 80er Jahre Glyphosat als krebserregend einges tuft hat: 

    http://hubpages.com/politics/The-Revolving-Door-Between-Monsanto-the-FDA-and-the-EPA-Your-Safety-in-Peril

    Natürlich nur, bis die mächtige Chemielobby, genauer gesagt, Mitarbeiter von Monsanto, die ebenfalls in den US Lebensmittelbehörden FDA und EPA sitzen, und diese Einstufung in den 90er wieder auf nicht-krebserregend gestellt wurde.


    http://www.globalresearch.ca/monsanto-controls-both-the-white-house-and-the-us-congress/5336422

    https://www.metabunk.org/partially-debunked-list-of-monsanto-employees-in-government.t3664/

    Das heißt, es sind alle Informationen über die Machenschaften von Monsanto, BAYER und Co da, wir müssen sie nur lesen und verbreiten, denn mit dem Internet und den Sozialen Medien hat jeder die Macht und Pflicht, hinter die Kulissen von Politik, Behörden und Chemiekonzernen zu schauen, und sich nicht mehr von den falschen Versprechungen der Industrie, der Lobbyisten oder Politiker für dumm verkaufen zu lassen, um hinterher zu sagen: Das habe ich ja nicht gewusst.
    Denn ich möchte nicht in so einer Welt Leben:

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-3600831/A-goat-two-heads-eight-legged-pigs-puppy-born-TRUNK-Shock-photos-mutant-beasts-bizarre-deformities-caused-GM-pesticides.html

    wenn auch 8 Mrd. Menschen mit Bio und Öko-Landwirtschaft versorgt werden können:

    Danke

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