ein symptom unseres ethisch kranken systems

„80 prozent der verbraucher sind gegen die käfighaltung, aber 80 prozent der verbraucher kaufen die eier aus käfighaltung.“ diese aussage des damaligen bayerischen landwirtschaftsministers gilt, leicht abgewandelt, auch noch heute.

das küken-schreddern geht weiter und 50 millionen eintagsküken landen in deutschland jährlich auf dem müll. die männlichen küken sind nur wegwerfware, billiger produktionsabfall. ein gericht hat jetzt bestätigt: das millionenfache töten von küken ist genauso mit dem tierschutzgesetz vereinbar, wie das abschlachten von millionen schweinen, rindern und masthühnern. den konsumenten ist es doch scheissegal, ob die 50 millionen küken am ersten tag, oder erst später getötet werden, wirtschaftlich und billig müssen unsere lebensmittel bleiben!

küken schreddernes ist ein urteil wider die intuition. es ist gefühlt doch nicht ordnung, dass leben, kaum geboren, ab- getötet wird. aber die männlichen küken werden keine eier legen, ihr fleisch wird keinen profit bringen, sie sind einfach unnütz und werden nicht gebraucht. die regierung von nordrhein-westfalen wollte diese praxis verbieten, doch die landwirte haben dagegen geklagt und die brüter haben „recht“ bekommen, das millionenfache kükentöten kann „legal“ weitergehen.

nun sind die verbraucher gefragt
der konflikt zwischen wirtschaftlichen interessen und tierwohl hat das potential, bis zum bundesverfassungsgericht zu gelangen. das hatte 1999 schon einmal über die haltung von hennen in legebatterien geurteilt. es hat aber neun jahre gedauert, bis die karlsruher richter vorschrieben, dass die tiere mehr platz bekommen müssen.

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8 Gedanken zu „ein symptom unseres ethisch kranken systems

  1. Traurig dass unser Staat sooo verbohrt ist und Tiere vor dem Gesetz nach wie vor nur als SACHE gelten. Kann nicht beschreiben welche Wut in mir aufstieg, als ich das Gerichtsurteil bezüglich shreddern der Küken in den Nachrichten hörte…

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  2. Die angebliche ‚Tierliebe‘ und die harte Wirklichkeit gehen ja nicht nur hierbei sehr weit auseinander. Die Leute regen sich auf, dass in China Hunde grausam getötet und dann gegessen werden oder auch über das Töten der Wale in Japan.. In hiesigen Schlachthöfen passiert doch nichts Anderes! Der einzige Unterschied besteht darin, dass das Töten in China in der Öffentlichkeit statt findet und hier hinter verschlossenen Türen geschieht und es sich bei Hunden und Walen ja um Tierarten handelt, die hier entweder als Haustier gehalten und damit in den meisten Fällen ein Teil der Familie sind oder halt Wale. Viele Menschen sind von denen beeindruckt. Na gut, viele Menschen denken ja auch Kühe seien blöd, Fische könnten nicht fühlen und Schweine immer unrein…
    Was ich aber wirklich abstoßend finde sind die Leute, die denken nur weil sie Bio-Produkte vom Tier essen und verwenden, dass dies ihren Konsum berechtigen würde. Denken die denn, dass eine Kuh, die das Glück hatte auf der Weide zu sein glücklich ihrem Tod entgegen springt?

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