fukushima: der gnadenhof in der todeszone

der bauer naoto matsumura versorgt seine tiere, die in einem sperrgebiet bei fukushima zurückblieben. der bauer ist bereit, dafür zu sterben.
fuku-bauer
tomioka, eine radioaktiv verseuchte geisterstadt, ist menschenleer und verlassen. die häuser sind zerfallen, die fenster zersprungen.  nur ein einziger harrt seit vier jahren unverdrossen in der sperrzone aus: bauer naoto matsumura. der letzte tierfreund in fukushima.

naoto ist vor dem atomunfall geflohen. aber keiner wollte ihn aufnehmen, den verstrahlten aus fukushima. auch nicht seine eigene familie. da ist der bauer wieder zurück in die todeszone. zurück zu seinen kühen. dies hier sind die letzten tiere, die noch in der sperrzone leben. viele andere, hühner, schweine, hunde sind qualvoll gestorben. naoto: „ich bin durch die nachbarschaft gelaufen. dann habe ich die ersten hunde gesehen. sie haben gebellt. sie hatten nichts zu fressen und nichts zu trinken. also habe ich ihnen zu fressen gegeben. beim nächsten haus waren wieder hunde und die nachbarn daneben hatten auch ihre hunde zurückgelassen. die ganze stadt war voller tiere. Alle waren zurückgelassen worden.“

neben seinen 60 kühen, die er mit hilfe von spenden durchfüttert hat naoto zwei vogelstrausse und drei hunde. einen hat er halbtot in der nachbarschaft gefunden, angeleint und hungrig kläffend. auch ein paar katzen sind noch da. gemeinsam haben sie sich eingerichtet im neuen, einsamen leben. naoto besitzt ein handy, aber nur selten ruft jemand an. es gab lange keinen strom. er lebt vom quellwasser aus den bergen und vom essen aus der dose. einmal die woche fährt er zum einkaufen in die stadt ausserhalb der zone.

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2 Gedanken zu „fukushima: der gnadenhof in der todeszone

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