verantwortung der generationen

Die Rolle des älternen Menschen in einer alternden Gesellschaft
In jungen Gesellschaften, in denen ältere Menschen Seltenheitswert haben, werden diese besonders geehrt und geachtet. In früheren Zeiten wurden gerade den Älteren richterliche, lehrende und heilende Funktionen zugeschrieben. Sie genossen als Ratgeber, als Übermittler der Traditionen und als Erfahrene eine ganz besondere Achtung.

Wir leiden an einer „Unterjüngung“
Dies gilt in unserer Zeit schon lange nicht mehr. Funktionen des Speicherns, Behaltens und Erinnerns wie auch die Weitergabe von Wissen und Informationen werden heutzutage weitgehend durch moderne Technologien ersetzt. Das Alter in einer alternden Gesellschaft wie der unseren ist durch einen Rollenverlust gekennzeichnet. Der alte Mensch wird nicht mehr gebraucht. Das ist eine leider heutzutage weit verbreitete Einstellung. Der demografische Wandel, der Kopfstand der Bevölkerungspyramide, ist nicht nur durch mehr Alte, sondern durch weniger Junge zustande gekommen. Wer von der „Überalterung“ unserer Gesellschaft redet, sollte sich klar machen, dass wir an einer „Unterjüngung“ leiden. Wir haben nicht zu viele Alte, sondern zu wenig Junge.

Altern ist ein Gewinn
Nach den Ergebnissen deutscher und internationaler Forschungen ist dieses negativ getönte Altersbild nicht zu rechtfertigen. Ein generelles Defizit-Modell des Alterns ist in Frage zu stellen. Altern muss nicht Abbau und Verlust bedeuten, sondern kann in vielen Bereichen geradezu Gewinn sein, eine Zunahme von Kompetenzen und Potenzialen, und damit eine Chance für den Einzelnen und die Gesellschaft. Denn Ältere sind diejenigen in unserer Gesellschaft, die eines sehr viel haben: Zeit. Sie können Lücken in unserem sozialen Gefüge schließen. Sie einzubeziehen, ist die Herausforderung der jüngeren Generationen: für die Kinderbetreuung und die Pflege anderer älterer Menschen, für viele Erledigungen des Alltags und auch als Berater in Firmen und Betrieben.

Zeit für neue Formen der gesellschaftlichen Verantwortung
Denn die Älteren werden heute nicht nur immer älter, sondern sind auch länger körperlich und geistig fit. Und desto mehr die Jüngeren die Älteren als wichtigen und positiven Teil unserer Gesellschaft erkennen und einsetzen, umso so weniger werden diese eine Last in kommenden Gesellschaftssystemen sein. Umgekehrt müssen sich Ältere der jungen Generation und ihren Gefügen öffnen. Sie müssen technologische Neuerungen akzeptieren und praktizieren und sich eigenveranwortlich um ihre „Zeit nach der Arbeitszeit“ kümmern. Der Generationenvertrag, der früher galt, nämlich dass sich die Jungen um die Alten kümmern und für deren Alterabsicherung sorgen, ist hinfällig. Wenige Junge können nicht für immer mehr Ältere sorgen – weder wirtschaftlich, noch sozial. Das soziale Gefüge der Großfamilie ist mit Beginn der Industrialisierung verkümmert und so auch heute nicht mehr praktikabel. Heute ist die Zeit für neue Formen der Verantwortung. 3sat.de

2 Gedanken zu „verantwortung der generationen

  1. Weniger Junge können nicht – da hätte ich schon etwas zu sagen, ich beschränke mich aber auf das, was „die Älteren“ mit ihrer Zeit anfangen sollen ….

    “ .. Denn Ältere sind diejenigen in unserer Gesellschaft, die eines sehr viel haben: Zeit. Sie können Lücken in unserem sozialen Gefüge schließen. Sie einzubeziehen, ist die Herausforderung der jüngeren Generationen: für die Kinderbetreuung und die Pflege anderer älterer Menschen, für viele Erledigungen des Alltags und auch als Berater in Firmen und Betrieben .. “ – Nein, das ist nicht das, was ich mir für mein Alter vorstelle:
    Ich habe mehr als 45 Jahre gearbeitet und ständig den Höchstbetrag in die Rentenversicherung eingezahlt – dann wurde mir als erstes das Studium, das mich erst dazu befähigte solche Einkünfte zu erzielen (um den Höchstbetrag überhaupt zahlen zu können) nur noch zu einem Teil anerkannt – und das, obwohl ich es komplett ALLEINE finanziert habe. Das war die erste Ungerchtigkeit.
    Dann wurde der Rentenbetrag gekürzt – das ‚Versprechen‘ zu dem ich zu zahlen begonnen habe wurde einseitig gebrochen. Ergebnis ist, dass ich nur knapp über dem Betrag liege, der mittlerweile als sogenannte „Grundsicherung“ auch an solche Menschen gezahlt wird, die sich ihr Leben lang auf die faule Haut gelegt haben oder solche, die in Zeiten der Hochkonjunktur einfach (ungelernt) Arbeit verrichteten und sich nicht um Berufsausbildung kümmerten.
    Drittens habe ich zwei Kinder, die heute zusammen mehr in die RV einzahlen als ich als Rente bekomme – deren Ausbildung haben wir als Eltern finanziert, da wird immer gerade ein wenig über den viel zu niedrig angesetzten Einkommensgrenzen lagen (und deswegen nie staatliche Mittel hätten beanspruchen können).

    Aus all dem leite ich nun für mich das Recht her mich in keiner Weise einbringen zu müssen. Was nicht heißt, dass ich es nicht für einen ‚guten Zweck‘ tun würde – aber unter der Voraussetzung, dass ICH es für notwendig & sinnvoll halte, nicht als Subsidiaritätslösung die den staatlichen Lenkern das Denken & Handeln abnimmt.

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