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Sie verirren sich in den Palmöl-Plantagen und können nur von Tierschützern gerettet werden. Die Orang-Utans auf Borneo kämpfen um ihr Überleben.

Im Schutzgebiet Tuaran auf Borneo klammert sich die kleine Cinta an einen Baum und starrt Dutzende von Touristen an. Das Orang-Utan-Kind hatte sich in eine riesige Palmöl-Plantage verirrt, bevor es in den Park gebracht wurde. Umweltschützer retteten es vor dem sicheren Tod. Cinta ist eines der vielen Opfer des Palmöl-Booms, dem weite Teile des Regenwaldes auf der Insel weichen mussten.

Nach Einschätzung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen werden die Menschenaffen mit dem rotbraunen Fell innerhalb von 20 Jahren aus der freien Wildbahn praktisch verschwinden, wenn die Rodung weiter betrieben wird wie bisher. Palmöl findet Verwendung in der Nahrungsmittelindustrie, als Biokraftstoff und bei der Herstellung von Kosmetika. Nach Angaben von Umweltschützern ist das Öl inzwischen in jedem zehnten Supermarkt-Produkt enthalten, darunter Brot, Chips, Müsli, Lippenstift und Seife.

Fast ein Fünftel der Fläche der malaysischen Provinz Sabah auf Borneo ist bereits mit Ölpalmen bedeckt. Dafür weichen muss der Dschungel, Lebensraum von 50.000 bis 60.000 Orang-Utans. 80 Prozent davon leben in Indonesien, der Rest in Sabah und Sarawak.

Nester von Palmöl-Plantagen umzingelt

“Das größte Problem mit den Orang Utans heute ist die so genannte fragmentierte Population”, sagt Marc Ancrenaz von der Umweltgruppe Hutan in Kota Kinabalu. “Zwar gibt es 11.000 Orang-Utans in Sabah, aber sie sind in viele kleine Populationen versprengt, und viele davon sind nicht mehr verbunden.” Luftaufnahmen vom Osten Sabahs von 2008 zeigen, dass sich etwa tausend Orang-Utan-”Nester” in Baumkronen in hundert kleinen Waldstellen verteilen, die völlig von Palmöl-Plantagen umschlossen sind. Die voneinander isolierten winzigen Gemeinschaften sind von Inzucht bedroht. Oft verirren sich die Affen auch ganz einfach in den gigantischen Plantagen, wie es der dreijährigen Cinta und ihren fünf Gefährten passierte.

Neben der Zerstörung ihres Lebensraumes droht der vom Aussterben bedrohten Art eine weitere Gefahr: Orang-Utans, die die Palmfrüchte in Plantagen schädigen, können gejagt und getötet werden. “Entweder sie gehen in die Ölpalmen und fressen die Früchte oder sie werden auf immer kleineren Flächen zusammengedrängt”, sagt Eric Meijaard von der indonesischen Umwelt-Beratungsfirma People and Nature Consulting International. “Oft fordern die Plantagenbetreiber dann den Abschuss dieser Orang Utans, damit sie das Problem loswerden.” Zudem fangen sich Dorfbewohner in der Nähe der Plantagen auch gerne junge Äffchen als Haustiere ein.

Malaysia ist nach Indonesien der zweitgrößte Palmöl-Exporteur der Welt. Mit umgerechnet 12,7 Milliarden Euro Einnahmen im vergangenen Jahr ist die Industrie der drittgrößte Devisenbringer des Landes. Nach Kritik an ihrer Umweltbilanz versprachen Vertreter der Palmölindustrie im Oktober die Finanzierung von Wild-Korridoren, die zum Überleben der Primaten beitragen könnten. Umweltschützer bezweifeln aber, dass die Industrie sich ohne konkrete Zusagen und Finanzierungspläne daran hält.

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